Taekwondo - Semi-Vollkontakt Kampfsport
Foto © Surabky

Taekwondo / Tae Kwon Do


Ein moderner Wettkampfsport mit einem Schwerpunkt auf athletische, kunstvolle Tritte


Taekwondo besticht durch kunstvolle und akrobatische Tritte und Trittkombinationen. Gut dehnbare Körperteile, eine starke Rumpf- und Beinmuskulatur, eine gute Koordination und Körperbeherschung, ein gutes Timing, ein gutes Balancegefühl, eine hohe Sprungkraft sind wertvolle Eigenschaften für jeden Taekwondo Sportler.


Taekwondo ist eine Semi-Vollkontakt Kampfsport bei dem zwei Kämpfer gegeneinander antreten. Ein Taekwondo-Kämpfer kann den Sieg entweder durch einen Punktgewinn oder mit einen Knockout des Gegners für sich entscheiden. Die Kämpfer tragen einen Brustpanzer und einen Kopfschutz. Punkte werden durch Treffer auf den Brustpanzer oder den Kopfschutz erzielt. Hierbei ist zu beachten das ein Treffer eine gewisse Durchschlagskraft besitzt. Ein leichtes Anticken des Schutzes reicht also nicht aus. Es gibt einen Punkt für einen Schlag auf dem Torso und zwei Punkte für einen Spinning-Kick auf den Torso bzw. den Brustpanzer. Drei Punkte erhält man für einen Tritt an den Kopf. Die Höchstwertung von vier Punkten erhält man durch einen erfolgreich platzierten Spinning-Kick an den Kopf bzw. den Kopfschutz. Der Wettkampf findet auf einer achteckigen ca. 8 x 8 Meter großen Matte statt.

Schläge ins Gesicht sind ein absulutes Tabu im Taekwondo und bedeuten eine direkte Disqualifikation des Sportlers

Der Wettkampf dauert zwei Runden á zwei Minuten mit einer Unterbrechung von einer Minute. Geht ein Kampf auf die volle Distanz entscheidet der Sportler mit den meisten Punkten durch einen Punktgewinn den Kampf für sich. Bei einem Punktegleichstand nach der zweiten Runde wird eine dritte goldene Runde gekämpft. Der Sportler mit dem ersten regulären Punkt entscheidet in diesem Fall den Kampf für sich. Wie bereits erwähnt, kann der Kampf im Taekwondo auch durch ein KO des Gegner entschieden werden. Bei einer Verletzung eines Sportlers, wegen der er nicht weiterkämpfen kann, hat er den Kampf verloren. Beim Wettkampf gibt es eine ganze Reihe von Regeln zu beachten.


Im Taekwondo werden Verwarnungen ausgesprochen wenn:

  • ein Sportler den Ring verlässt
  • ein Sportler grundlos zu Boden fällt
  • ein Kämpfer den Kampf verzögert
  • für ein Ringen mit dem Gegner
  • die Beine des Gegners hochhalten
  • Tritte unterhalb der Gürtellinie (inkl. der Beine)
  • Kopfstöße
  • Stöße mit dem Knie
  • Attacken auf einen am Boden liegenden Kämpfer
  • Kämpfen obwohl der Schiedsrichter den Kampf unterbrochen hat
  • sonstiges unangebrachtes Verhalten des Sportlers oder des Trainers

Für alle diese Tätigkeiten erhält der Sportler eine Verwarnung. Erhält ein Sportler 10 Verwarnungen, wird der Kampf abgebrochen. Damit hat der Gegner den Kampf automatisch gewonnen. Bei einem groben Vergehen kann der Schiedsrichter den Kampf auch abbrechen. Ein solcher Abbruch führt zum Sieg des anderen Sportlers. Führt einer der Sportler mit 20 oder mehr Punkten, nach einer der Runden, hat er automatisch gewonnen. Bei einem Schlag ins Gesicht wird ein Kampf sofort abgebrochen und der Gegner hat gewonnen.


Das Training von Taekwondo unterteilen sich in sechs Bereiche:
  • Gibon
  • Tul / Poomse
  • Matsuki / Taeryon
  • Dallyon
  • Kyok Pa
  • Hosinsul

Gibon - die Grundschule bzw. die Grundlagen von den Taekwondo-Techniken


Tul / Poomse - festgelegte Formenläufe von verschiedenen Bewegungsabläufen


Matsuki / Taeryon - Partnerübungen bei der sich ein Kämpfer gegen einen Angriff verteidigt und anschliessend zu einem Angriff übergeht


Dallyon - Vorbereitende Übungen wie z.b. die Gymnastik


Kyok Pa - der Bruchtest bei dem Bretter und Ziegeln zerstossen werden


Hosinsul - die Selbstverteidigung gegen einen oder mehrere Gegner


Die Geschichte des Taekwondo ist relativ jung. Ab dem Jahr 1940 entwickelte sich der Sportart aus anderen koreanischen Kampfkünsten. Elemente von einer Reihe von traditionellen koreanischen Kampfsportarten wie z.b. Taekkyoen, Subak und Gwonbeop u.A. wurden, unter Einfluss von Techniken aus dem Karate und einigen chinesischen Kampfkünsten, zu einem System kombiniert. Der Begriff Taekwondo wird jedoch erst seit dem Jahre 1955 verwendet. Es entwickelte sich rasch zu einem koreanischen Nationalsport und wurde sogar ein Pflichtfach bei der Polizei und dem Militär. Seit dem Jahre 1973 wandelte sich Taekwondo von einer Kampfkunst zu einen Wettkampfsport, bei dem es darum geht Punkte zu erzielen, so wie wir Taekwondo heutzutage kennen.

Im modernen Taekwondo steht eine Selbstverteidigung eher im Hintergrund

In einem echten Kampf helfen die Tritttechniken oft nur bedingt weiter und bergen zusätzlich Gefahren. Mit einem einfachen Fussfeger oder Schubser kann jeder Taekwondo-Kämpfer, während des Tretens, schnell zu Boden befödert werden. Bestimmte Tritttechniken erfordern sogar einen Fall nach dem Tritt. Im Falle einer Selbstverteidigung ist das natürlich keine gute Ausgangsposition. Und, sobald ein Kampf in ein Ringen oder Boxen übergeht, können die Tritttechniken nicht oder kaum eingesetzt werden. Taekwondo bietet lediglich grundlegende Schlagtechniken, welche in Kata Formenläufen geübt werden. Daher wird, von anderen Kampfsportler, gerne und massiv Kritik an der Effektivität von Taekwondo, ausgeübt. Wie z.b. Ist Taekwondo für einen echten Kampf geeignet?! oder Ist Taekwondo nur Spielerei? In vielen Trainings- und Präsentationsvideos werden zudem öfters mal Menschenpyramiden erstiegen, an Wänden hochgelaufen oder - ganz besonders beliebt - massenweise Holzbretter zertreten. Ohne Frage beweisen diese Fähigkeiten eine hohe Durchschlagskraft und ein hohes athletisches Können der Sportler. Der Nutzen von solchen Übungen - im Bezug zum Kampfsport - bleibt jedoch zweifelhaft und fördern die Kritik, Taekwondo als eine ernstzunehmende Kampfsportart anzuerkennen. Aber vieleicht sind solche Showelemente auch einfach ein Teil von Taekwondo. Vergleichbar mit wie z.b. diverse Sprungtechniken im moderen Wushu oder bestimmten (Tanz-)Bewegungen im Capoeira.

Gut plazierte Tritte können enormen Schaden anrichten

Ein gut platzierter Tritt an den Kopf oder in wichtige Körperorgane können jedoch ein Kampf schnell entscheiden. Kunstvolle, athletische Tritttechniken bergen einen nicht zu unterschätzenden Effekt - einen Überraschungseffekt. Einige Taekwondo Tritttechniken werden z.b. gerne auch bei den Mixed Martial Arts genutzt. Der konventionelle Kampfsportler ist eher kurze, schnelle und direkte Wege ins Ziel gewöhnt. Durch einen Angriff mit einem eher unortodoxen Technik, kann ein Gegner böse überrascht werden. So wird z.b. mit einem Bein angetäuscht bzw. Schwung geholt, und mit dem anderen Bein getreten. Demnach kommt es schonmal vor dass, ein Gegner einen Block auf der falschen Seite ansetzt oder zur falschen Seite ausweicht! Ein Ausweichen - mit dem Körper oder dem Kopf - in eine Trittbewegung kann katastrophale Auswirkungen für den Gegner haben. Insbesondere wenn dieser Tritt zusätzlich mit einer hohen Schwungkraft ins Ziel trifft!



Videos die den Kampfsport Taekwondo gut repräsentieren

Highlights von den Taekwondo Games 2017 in einem Video zusammengefasst [2:33 min.]
In diesem Video werden die aktuellen Regeln (aus dem Jahre 2017) des Taekwondo erklärt [4:27 min. / eng.]
Die besten Taekwondo Knockouts in einem Video zusamengefasst [4:40 min.]


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